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Erhöhter Reifegrad für Windows 10

Erhöhter Reifegrad für Windows 10

Erhöhter Reifegrad für Windows 10

Creators Update klingt nach einem Update, das sich für wenige Nutzer lohnt. Allerdings ist bereits auf den ersten Blick sichtbar, dass das Update aus mehr besteht, als einem neuen Paint mit der Stiftbedienung. Vor allem die neuen Windows-Update-Funktionen sind interessant.

Mit dem Creators Update alias Version 1703 hat Microsoft die dritte große Aktualisierung für Windows 10 veröffentlicht. Und auch dieses Mal ist es nicht ein einfaches Service Pack mit ein paar Sicherheitspatches und kleinen Erweiterungen. Vor allem für kreative Nutzer will Microsoft sein Betriebsystem einfacher machen, wie es bereits der Name verrät.

Einige der neuen Funktionen sind jedoch nicht sofort erkennbar und sind teils plattformabhängig. So wird es das Creators Update auch für Smartphones mit Windows 10 geben. Voraussichtlich am 25. April 2017 kommt das Update für ausgewählte Smartphone-Typen. Wir gehen zudem davon aus, dass die hier besprochenen Funktionen in großen Teilen nicht nur zur Mobilfassung gehören und auch nicht auf der Xbox One eingesetzt werden können.

Andere Funktionen sind eher vorbereitend für künftige Hardware. Die Verbesserungen rund um die Hololens und Windows Holographic für günstige AR/VR-Brillen betrachten wir beispielsweise ebenfalls nicht. Es geht in dieser Betrachtung überwiegend um Desktops und Notebooks mit einem kleinen Blick auf potenzielle Verbesserungen für x64-Tablets.

Verbesserungen dieser Art gibt es viele, manche sogar bereits während der Installation.

Der Gerätemanager ist nicht mehr unscharf

Wer alte Anwendungen nutzt und die Auflösung des Displays skaliert verwendet, ist sicher bereits auf das Problem gestoßen, dass einige wenige Anwendungen unscharf angezeigt werden oder zumindest so wirken. Microsoft verwendet intern nämlich zwei unterschiedliche Schriftglättungen. Hier hat sich offenbar etwas getan, so ist in der Version 1703 der Gerätemanager auf Full-HD-Panels mit 125%-Skalierung ungewöhnlich scharf.

Einige Änderungen sind auch in der Systemsteuerung zu finden. Im Displaybereich ist die Multidisplay-Anzeige verschwunden. Bei nur einem Display ergibt sich diese dort auch keinen Sinn. Hinzugekommen ist der Nachtmodus, um die Farbtemperatur zu verändern. Solche kleinen Änderungen finden sich überall in der neuen Systemsteuerung.

Weitere offensichtliche Neuerungen konnten in der Tray Notification Area (TNA) gefunden werden. Es gibt ein Icon direkt zu den Privatsphäre-Einstellungen rund um die Verortung des Systems. Ein weiterhin bestehendes Problem sind jedoch wenig aussagekräftige Fehlermeldungen, welche beispielsweise im Windows Defender Security Center auftreten. Diese werden im Creators Update nur schöner verpackt.

Stiftbedienung im Fokus

Durch das Creators Update existieren unter Windows 10 einige neue Funktionen, die Besitzern von Tablets mit Dual-Digitizern zugutekommen. Voraussetzung ist selbstverständlich, dass der Nutzer einen Stift besitzt. Neu hinzugekommen ist Paint 3D als App. Das klassische Paint ist jedoch weiterhin in Windows vorhanden. Die neue App ist jedoch intuitiver. Microsoft integeriert kleine Mini-Tutorials, die über der Oberfläche eingeblendet werden, damit der Nutzer besser mit der neuen 3D-Umgebung zurechtkommt.

Abseits der Änderungen rund um die kreativen Funktionen gibt es auch Bereiche, die ein Update für jeden Nutzer lohnenswert machen. Viele der Änderungen sind Kleinigkeiten. Dazu die Möglichkeit, zwei Apps im Startmenü übereinander zu legen, um einen Unterordner zu erzeugen.

In den Hauptpunkten der Einstellungen hat Microsoft zudem Apps ausgelagert. Die alten Windows-7-/-Vista-Designeinstellungen wurden zudem ersetzt und sind Teil der neuen Systemeinstellungen samt Shop-Anbindung für weitere Designs. Nach derzeitigem Stand sind alle kostenlos.

Das alte Windows verschwindet zunehmend

Allgemein lässt sich sagen, dass es Microsoft mit Version 1703 gelungen ist, einige Windows-Vista-Altlasten zu beseitigen. Zum bereits erwähnten Windows Defender Security Center: Dort gibt es einen guten Überblick über den Gerätestatus. Zudem ist das Auffrischen des Betriebssystems direkt zugänglich. Auch an Netzwerkfunktionen hat Microsoft gedacht. Aber es gibt dort auch einige Schwächen. Einen Netzwerküberblick bekommt der Anwender dort leider nicht, sondern nur den Status der Firewall. Zudem tritt ein Fehler auf, bei dem die erweiterten Einstellungen nicht aufgerufen werden können, auch wenn der Nutzer die von der Benutzerkontensteuerung angefragten erhöhten Rechte gewährt.

Current Branch for Business als Option

Für vorsichtige Nutzer ist eine Neuerung in der Systemeinstellungs-App von hoher Relevanz. Das Windows Update kann nun feiner konfiguriert werden. Der Nutzer hat also mehr Möglichkeiten, sich gegen automatische Updates zu wehren. Außerdem gibt es nun Entscheidungsmöglichkeit zwischen dem Current Branch und dem Current Branch for Business. Letzterer ist für Unternehmenskunden gedacht. Wichtige Aktualisierungen werden erst veröffentlicht, wenn diese auch für Unternehmen bereit sind. Die Wahrscheinlichkeit, dass bei einem Update etwas schiefgeht, ist nun vermutlich geringer.

Abseits dieser Betriebsystem-Branches lassen sich die Updates noch feiner verhindern. Sogenannte Qualiäts-Updates lassen sich bis zu 30 Tage unabhängig von der Branch-Einstellung verhindern. Das beinhaltet Sicherheits-Updates. Da diese doch sehr kritisch sind, ist davon abzuraten diese so lange zu verzögern.

Pause für 35 Tage

Sogenannte Feature-Updates lassen sich sogar 365 Tage lang verzögern. Das zeigt deutlich, dass sich Microsoft von dem Updatezwang verabschiedet. Im Schlimmstfall, wie im Falle eines wichtigen Sicherheitsupdates, lassen sich alle Aktualisierungen bis zu 35 Tage pausieren. Das bietet sich etwa vor einem wichtigen produktiven Einsatz an, bei dem die Maschine keinesfalls ausfallen oder neu starten darf. Dem Anwender wird bei entsprechendem Kenntnisstand das Werkzeug in die Hand gegeben, um Windows gezielter zu warten und Microsoft verhindert durch die verbliebenen Zwänge, dass sich Millionen stark veralteter, anfälliger Windows-10-Geräte mit dem Internet verbinden und somit eine Gefahr für alle darstellen.

Angriffe auf die Windows-Plattform bleiben somit weiterhin schwierig, trotz der erhöhten Nachgiebigkeit von Microsoft und den Anwendern selbst bei gefährlichen Sicherheitslücken mehr Zeit lässt.

Fazit

Windows 10 Version 1703 sollte für einige Desktop- und Notebook-Anwender per Windows Update in Kürze verfügbar sein. Die Veröffentlichung erfolgt jedoch stufenweise. Microsoft geht davon aus, dass mitunter Monate dauern kann, bis das Update automatisch angeboten wird. Das war bereits mit Version 1607 der Fall. Alternativ lässt sich das Update manuell herunterladen. Das Update ist wie immer kostenfrei.

Lohnenswert ist Windows 10 mit dem Creators Update alias Version 1703 auf jeden Fall. Allerdings nicht zwangsweise aufgrund der Kreativfunktionen, die nur eine ausgewählte Personengruppe interessieren dürften. Mit dem Creators Update hat Microsoft viele Windows-Altlasten abgeschafft und Windows 10 fühlt sich zunehmend nicht mehr wie ein Aufsatz an, den Microsoft für Windows Vista entwickelt hat. Verglichen mit der ersten Windows-10-Version hat sich in den letzten Jahren doch einiges verändert.

Mit der Version 1703 geht Microsoft vor allem auf die Kritik seiner Update-Politik ein und gerade diese neuen Windows-Update-Einstellungen sind lohnenswert für jene, die Systeme betreuen und sich nur auf Sicherheitsupdates fokussieren wollen.

Wenn Sie sich für die saubere Durchführung des Creators Updates in Ihrem Unternehmen interessieren oder gar von älteren Versionen Ihres Windows Betriebssystems eine Migration auf die Windows 10 Version 1703 anstreben bzw. allgemeine Fragen zu dem Thema haben, können Sie uns gerne per E-Mail kontaktieren oder anrufen. Die incoperating als IT-Dienstleister in München ist spezialisiert auf Migrationen von Betriebssystemen oder auch Software wie beispielsweise Office. Nebst IT-Sicherheit, IT-Support und Hardware sowie Software ist die incoperating IT GmbH ein starker IT-Partner für Ihr Unternehmen, egal ob klein, Mittelstand oder Großunternehmen.

 

Originalaritkel: https://www.golem.de/news/creators-update-im-test-erhoehter-reifegrad-fuer-windows-10-1704-127234.html